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  • Sven Thomann

Mehr Aufwand, als man denkt.


Für den letzten Sonntagsblick hatte ich den Auftrag, das Schweizer Degenfechter-Team in Basel beim Fondue essen auf dem Barfüsserplatz zu fotografieren. Das hört sich erst einmal nicht sehr spektakulär an. Der Aufwand dafür war aber doch etwas grösser, als sich vorstellt. Für das Fondue wollte man gerne ein Caquelon mit Schweizerkreuzen. Also im Internet recherchiert. Offenbar bot die Migros ein solches an. Dieses wurde aber offenbar aus dem Verkehr gezogen, da beim erhitzen der Boden wegplatzte. Das hätte eine ziemliche Sauerei auf dem Barfi gegeben. Ich habe dann eines bei Kuhn Rikon gefunden. Also ab ins Auto und nach Rikon gefahren, um eines zu besorgen. Hatte auch den Vorteil, dass das Set dort im Fabrikladen billiger war, als wenn ich es irgendwo sonst gekauft hätte. Das nächste Problem - wie kommt das Fondue in einen essbaren (also flüssigen) Zustand? Die Variante mit dem Campingkocher erschien mir etwas abenteuerlich. Da ich frei hatte, hab ich mich ins Auto gesetzt, um mir das ganze vor Ort anzuschauen. Der Standort auf dem Barfi war schnell gefunden. Zum Glück gibt es um den Barfüsserplatz einige Restaurants. Als erstes ging ich ins Kohlmann, um zu fragen, ob ich am nächsten Tag die Küche benutzen dürfte, um das Fondue heiss zu machen. Man war sehr nett und meinte, dass das kein Problem wäre. Soweit so gut. Nun die nächste Frage - wo stelle ich das Fondue hin? Auf den Boden kam nicht in Frage. Auf dem Platz gibt es einige Abfallkübel, wo man es hätte draufstellen können. Rein optisch nicht das gelbe vom Ei. Die Lösung: Ein Barhocker. Habe ich zu Hause. Allerdings für das Foto völlig unbrauchbar. Zum Fondue hätte etwas aus Holz gepasst. Bin dann auf dem Heimweg von Basel zu Ikea - und bin fündig geworden. Also zu Hause noch "Bosse", den Barhocker aus Birke, zusammengebaut.

Am nächsten Tag gings dann mit Caquelon, Barhocker, Kamerarucksack, Blitzanlage und Stativen nach Basel. Da man direkt am Barfi nicht parkieren kann, habe ich ein kleines Wägelchen mitgenommen. Somit konnte ich das ganze Material ziemlich bequem vom Parkaus zum Barfüsserplatz karren.

Der Koch im Kohlmann hat uns das Fertig-Fondue erwärmt und sogar noch mit Knoblauch und Weisswein gepimpt. Die Fechter war pünktlich und nett und die Fotos nach ca. fünf Minuten im Kasten.

Ich hatte eine Variante mit mehr Barfüsserplatz im Hintergrund gemacht und eine, wo das Caquelon dominanter im Vordergrund zu sehen war. In der Zeitung ist dann die zweite Variante erschienen.

Dies ist ein kleines Beispiel dafür, dass bei einem relativ simplen Bild manchmal doch ein wenig mehr Aufwand dahintersteckt, als man vielleicht meint.


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